Pressestimmen

Tilmann Höhn & Matthias Krüger
Simple Songs (März 2015)

‚Simple Songs‘ stimmt genau – und ist doch ein glattes Understatement. Denn so einfach einige der Song-Strukturen auch sein mögen, die die beiden Interpreten Tilmann Höhn an diversen Gitarren und Matthias Krüger am Kontrabass als intimes Duo eingespielt haben – das Ergebnis ist höchste Kunstfertigkeit der musikalischen Interaktion.

„Die CD ist eine Mischung aus musikalischem Tagebuch und Zen-Übung“, ist in den Liner-Notes zu erfahren. Jeder Song soll eine genau abgegrenzte musikalische Idee in ihrer ursprünglichen Form aufgreifen. Das Schöne daran: Die Einfachheit der Idee schafft hier ungekannte Freiräume für Klang und Interpretation. Wer atmosphärische akustische Sounds mag und den Klang von gezupften Saiten jeglicher Art, ist hier im Hörparadies gelandet. Zwölf Titel, die in lockerem Fluss eine beeindruckende Ruhe ausstrahlen, sind der perfekte Soundtrack für eine Auszeit vom Alltag.

Simple Songs – das heißt bei unseren beiden Interpreten immer noch: komplexe Harmonien, stimmig fließende Grooves und Arpeggien, virtuoses Beherrschen des Instrumentes, traumwandlerische Sicherheit im Zusammenspiel und Umgang mit der Zeitebene. Die entstehende Musik nimmt den Hörer mit, auf eine Reise in majestätische Klanglandschaften, fern jeder Esoterik. Die Klangbilder ergeben sich ausfielen übereinander gelegten Gitarrenspuren und variablenSpielweisen, aus der Kombination von Steelstring, Nylonstring, Twelvestring und vielen anderen Saiteninstrumenten über dem souveränen Kontrabass-Fundament. Es gibt nicht allzuviele Duo-Einspielungen mit Gitarre und Bass, die man unbedingt haben muss. diese gehört ab sofort dazu, neben CDs wie ‚Beyond the Missouri Sky‘ von Metheny/Haden, ‚Alone Together‘ von Jim Hall & Ron Carter und den Konversationen von Ralph Towner und Gary Peacocks.

Andreas Schulz, Akustik Gitarre 3/15

Das Einfache als Kunst – “Simple Songs” (März 2015)

aus: Liberal-christlichen Zeitung „Publik-Forum“Jazz/Weltmusik
In Zeiten zunehmender Hektik sehnt sich der Mensch immer wieder nach Oasen der Schlichtheit und der Besinnung auf das Unergründliche im Einfachen, das berührender Musik oft inne wohnt. Gitarrenvirtuose Tilmann Höhn und sein Partner Matthias Krüger am Kontrabass liefern den passenden Soundtrack zu dem, was in der heutigen Welt umgangssprachlich immer häufiger als „Downshifting“ bezeichnet wird.

Jeder der 12 „Simple Songs“ entsprang einer einfachen Idee, die so ursprünglich wie möglich belassen wurde und deren Notation niemals umfangreicher als eine DIN A5-Seite sein durfte. So entstanden irgendwo zwischen kammermusikalischem Jazz, Weltmusik, Country und Folk kleine Meisterwerke, die zwar die herausragenden Fähigkeiten der beiden Instrumentalisten erkennen lassen, die es aber vermeiden, diese als Selbstzweck vorzuführen.

Aufgenommen in Matthias Krügers Mainzer Klangraum-Studios und ohne überflüssige Nachbearbeitungen entfalten die Titel ihre beruhigend-anregende Wirkung. Der Wiesbadener Gitarrenvirtuose Tilmann Höhn, seit einigen Jahren vorwiegend mit der Gruppe „Hotel Bossa Nova“ auf den Jazz-Bühnen Europas unterwegs und für seinen bei Solo- oder Duo-Auftritten aufwändigen und technisch raffinierten Sound bekannt,  wurde schon oft mit Pat Metheny verglichen.

Mit „Simple Songs“  könnte er der „Erik Satie“ der Gitarre geworden sein, geht es doch diesmal um das, was die beiden Musiker „die weiße Flächen auf einem musikalischen Bild, die Stille zwischen den Noten“ nennen. Und selten wurden die musikalischen Räume zwischen den stillen Momenten so sanft und behutsam ausgefüllt wie bei den „Simple Songs“.Autor: Frank Mignon

Tilmann Höhn, Matthias Krüger: „Simple Songs“. Klangraum-Records.
Gesamtspielzeit 49 Minuten
CD ab 15,00 € unter www.tilmannhoehn.de oder bei amazon.de

Review: Simple Songs (November 2014)

Duos sind besonders empfindliche und sensible Interaktionen. Dies gilt auch im Jazz. In ihrer Intimität und Stille decken sie jede Unsauberkeit des Spiels und Patzer in der Kommunikation auf. Solche Bedenken sind bei den Duos des Kontrabassisten Matthias Krüger und des Gitarristen Tilman Höhn nicht angebracht. Ihre „Simple Songs“ klingen zwar einfach, sind jedoch musikalische Preziosen, ob nun der Bassist eine nahezu klassisch anmutende Linie und der Gitarrist Assoziationen zur spanischen Folklore im Alleingang weckt oder ob die beiden Musiker im Zusammenspiel agieren.

 Aus der scheinbaren Einfachheit entstehen Kleinodien an musikalischen Sounds, die aufhorchen lassen. Es geht nicht nur um die Stille zwischen den Noten, wie die Musiker auf dem Klappentext der CD schreiben, es geht um die Klangfülle, die aus „simplen Songs“ geschöpft werden kann. Richtig ist aber, dass die Miniaturen, die die beiden Künstler schaffen, den Raum von Klassik, Folklore und Jazz ausloten ohne sich auf ein Gebiet festzulegen. So entsteht kammermusikalischer Jazz im besten Sinne.

Das Ergebnis des Unterfangens ist eine wohltuende und entspannende Musik, die dem Leitbild der Ästhetik folgt, wie es sich bespielhaft in „jolly jumper“ manifestiert. Kantabel und melodiös umgarnen sich die Linien auf der Gitarre und dem Kontrabass.

Die meisten Songs entstanden mit der Aufgabe, jeden Morgen die erste Idee festzuhalten. Deshalb ist die CD eine Art noch verträumten Tagebuches und der Meditation. Der Prozess des Schreibens sei intuitiv gewesen, die Ideen hätten spontan Gestalt angenommen, erklären die Künstler. Der Zuhörer kann ihre Liebe zur Musik aus allen Duos heraushören und emotional nachvollziehen.

08.11.2014 21:23 von Klaus Mümpfer

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